Ich wollte da eigentlich schon seit Anfang Januar drauf antworten, aber ich habe mir ein bisschen Zeit genommen um diesen Text möglichst objektiv und gefühlsneutral zu verfassen
Das mit dem "gut" können wir, denke ich, fast erwarten. Ist ja schließlich Mika.

Das mit dem Erfolg - also an der Qualität von TBWKTM lag's definitiv nicht, daß es nicht so recht zündete.

Werbung. Werbung könnte eventuell was helfen. Von offizieller Seite meine ich, nicht, daß unsereiner sich wieder den Allerwertesten aufreißt mit mäßigem Erfolg.
Doch lag es definitv. Meiner Meinung nach war es besser als das erste Album. Allerdings liegt da auch das Problem drin. (Jetzt wird's ausführlich)
Grace Kelly war ein Zufallsergebnis' aus dem Streit mit dem Label. Big Girl hat er nachts, beim Trash-TV schauen, innerhalb von einer viertel/halben Stunde geschrieben. Zwei seiner größten Hits sind, nennen wir es mal "zufällig" entstanden. Ich glaube, dass MIKA sich oft beim Versuch ein Lied zu schreiben, unter anderem durch seine versuchte Perfektion, selbst im Weg steht. Wobei es beim Songschreiben keine Perfektion gibt. Jeder würde den Song in seinen Augen, oder besser Ohren, optimieren können - aber dadurch würde der Song vielleicht für die anderen schlechter - daher keine Perfekten Songs.
Bereits bei seiner ersten Tour hatte MIKA keine Lust mehr auf Grace Kelly (Siehe Bonusmaterial von Live in Cartoon Motion). Warum nicht? Naja zum einen weil MIKA ein Problem mit Wiederholungen hat (was aber im Musikgeschäft leider 98% des Tagesablaufs ausmacht) und weil ihm selbst der Song nicht so ganz gefällt. Dummerweise hatte er mit diesem Song in der breiten Masse den größten Erfolg. Jetzt hatten Universal und MIKA beim ersten Album mit der Songauswahl einfach Glück, was ja ein elementarer Baustein des Showbizz ist. Aber obwohl MIKA immer sagt bei LICM ginge es um die Kindheit, kann ich das, zumindest in den Texten, nicht so wirklich erkennen. (Siehe speziell Any Other World, Billy Brown, Happy Ending, Ring Ring, und Big Girls) Nur die Melodie hat was kindliches, verspieltes (meiner Meinung nach das ausschlaggebende seines damaligen Erfolgs)
Laut MIKA sollte TBWKTM mehr so an die Teenagerzeit anlehnen. War ansich ein cleverer Versuch, da die Kinder, die damals LICM gehört haben jetzt in der theorie auch weiter gereift sind. Allerdings ändert sich in diesem Alter der Geschmack viel zu schnell und das zweite Album kam einfach zu spät. Bzw. die Zeit wäre OK gewesen, wenn er vorher nicht im wahrsten Sinne des Wortes im nichts verschwunden wäre. Und lange Wartezeit führt zu einer proportionalen oder vielleicht sogar überproportionalen Steigerung der Erwartungshaltung. Davon und vom schlechten Marketing abgesehen, schaffte MIKA es Text + Melodie auf die gleiche "Altersebene" zu bringen.
Jetzt kommen die Geldgeber, die wollen, dass MIKA sehr viel Erfolg hat, und daher muss er seine Musik so gestalten, dass er einer möglichst großen Masse gefällt und dabei ist wichtig: Mindestens 80% des ursprünglichen Erfolgs erreichen, sonst war man ein One-Hit-Wonder. Genau diese Leute versuchen auch, nachdem MIKA schon versucht hat die breite Masse in seinen Songs anzusprechen, ihm in die Lieder reinzureden. Ich persönlich kann mir wirklich nicht vorstellen, dass diese Technolastigen Songs wirklich MIKA's Vorstellungen entsprechen und vielmehr eine Änderung zum Wohle der Charts hätten sein sollen (und denke, ein bisschen weniger Bass und mehr Piano hätten noch ein bisschen was gerissen, aber das war jetzt alles sehr subjektiv). Es sind zwar Details, aber dadurch verliert man auch noch ein paar Käufer.
Die Charts sprechen Bände: LICM war 62 Wochen in den Deutschen Charts, und im europäischen Vergleich eher unteres Mittelfeld was die Chartdauer angeht und TBWKTM war ganze 6 Wochen in den deutschen Charts - und in Deutschland lief es mit am besten. Die Songauswahl der Singleauskopplungen sollten auch wieder den breiten Markt befriedigen und floppten, daher wurde, meiner Meinung nach die beste Singleauskopplung, BIOTG nur als E-Single veröffentlich und Blue Eyes bis heute nicht angekündigt. Kick-Ass war nicht mehr als eine Marketing-Strategie und Universal Deutschland gab dafür noch nicht einmal eine Pressemeldung raus.
Und da wären wir bei den Teufelskreisen des Musikgeschäfts:
Weniger Verkäufe = Weniger im Radio = Weniger neue Käufer = Weniger Verkäufe...
Weniger Verkäufe = Weniger Budget = Weniger Marketing = Weniger neue Käufer = Weniger Verkäufe...
Weniger im Radio/Weniger Marketing = geringere Bekanntheit = Schlechte Ticketverkaufszahlen = Absagen/Umlegen von Konzerten = schlechtes Marketing = Schlechte Ticketverkaufszahlen...
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= Mehr Druck auf dem Künstler = Schlechtere Songs = Weniger Verkäufe -> Siehe oben
MIKA braucht diese lange Auszeit um ein vernünftiges Album zu schreiben, allerdings verliert er an jedem Tag 10 potentielle Käufer die er erst wieder aufwiegen muss + die hohe Erwartungshaltung die er knacken muss.
Wenn er schlau ist, wird er so schnell wie möglich seinen Vertrag bei Universal beenden und seine Firma die die bestimmt Bild und Tonrechte besitzt (Dodgy Holiday Productions) in sein eigenes Musiklabel umgestalten